Liebe Interessierte, Freunde und Fans,

2019 gebe ich wieder Konzertgespräche zu den Aufführungen der Bayreuther Festspiele.

Der ungeheuer zahlreichen Nachfragen seitens des Publikums in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderer Länder nach meinen Wagner – Erklärungen und Auftritten bei den Festspielen waren seit 2014 kein Ende, und ich komme ihnen nunmehr nach.

Die aktuelle Anfrage kommt aus dem „Herzen der Stadt“, der Buchhandlung Breuer und Sohn am Luitpoldplatz. Nach Aussage dieser wichtigen kulturellen Anlaufstelle in Bayreuth konnte die Lücke, „die Mickisch in Bayreuth ab 2014 hinterlassen“ hatte, in der Festspielstadt Bayreuth nicht gefüllt werden. Meine Vorträge am Flügel zu den Werken Wagners (immer mit Querbeispielen zu anderen Komponisten) wurden vom Publikum in und außerhalb Bayreuths „intensiv vermisst“.

Also, ich komme wieder! 

Bei meinen 11 Konzertgesprächen „Mickisch in Bayreuth“ gibt es folgende Neuerungen:

1. Ich gebe nicht mehr pro Sommer 30 Matinéen wie in den Jahren 1998 bis 2013, sondern „nur“ 11, über die Festspielzeit verteilt, von 25. Juli bis 28. August. Die Termine sehen Sie unter www.mickisch-in-bayreuth.de und auf meiner Seite KONZERTE 2019.

2. Die Uhrzeit wird gesetzt auf 11.30 – 13.00 Uhr.

3. Der Ort ist die Buchhandlung Breuer§Sohn, Am Luitpoldplatz 9. Das ist mitten in der Stadt neben der EVO. Ein schöner, intimer, inspirierender Ort, an dem ich akustische Tests vorgenommen habe, und wo ich mich wohl fühle.

4. Der Kartenpreis beträgt 45.- Euro / Die Plätze sind limitiert

5. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Sie sicher einen Platz bekommen wollen, den neu eingerichteten Internet-Kartenvorverkauf unter www.mickisch-in-bayreuth.de zu nutzen, der ab sofort geschaltet ist. Sie können sich dabei Ihre(n) Wunschtermin(e) bereits jetzt auswählen.

Die Konzertgespräche werden sich natürlich mit dem Werk befassen, welches an diesem Tag ab 16.00 Uhr im Festspielhaus gegeben wird. Die Opernwerke Wagners (im Sommer 2019 „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“, „Lohengrin“, „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Parsifal“ sowie „Tristan und Isolde“) sind immer noch zu wenig verstanden, um tiefschürfender Arbeit nicht zu bedürfen. Gerade in Zeiten häufiger die Opernwerke verstümmelnder, verantwortungsloser Regiearbeiten, die auch in Bayreuth ab 2004 Einzug erhalten haben, möchte ein überwiegender Teil des Publikum die Schönheit, unbeschädigte Authentizität und Tiefe der Wagnerschen Musikdramen mehr denn je kennenlernen und genießen. Dafür will ich in Bayreuth wieder da sein. Wagners Festspielort ist zu wichtig, um ihn dauerhaft Mediokrität und Beliebigkeit auszusetzen. Deswegen kümmert sich meine Arbeit nicht um Regie-, sondern um Sinnfragen.

Die Entscheidung, die von 2014 bis 2018 zu meiner „Bayreuth-Abstinenz“ geführt hat, lag begründet in der Enttäuschung über die „neuzeitliche“ Wagner-feindliche Arbeit der Festspiele seit Katharina und Eva Wagner, über die Presse vor Ort und in Deutschland, und maßgeblich in meinem Wunsch, NEUE, ANDERE KOMPONISTEN und deren Werke kennenzulernen und aufzuführen, etwa Erich Wolfgang Korngold, Franz Schreker und Richard Strauss. Wagner ist (nach meiner Ansicht hinter Bach auf Rang 2) der weltbeste Komponist, und durch seine genialen Operntexte auch der größte „Musikphilosoph“. Aber es gibt noch andere Meister ! DAS Wagnerverständnis kann nur durch das Verständnis der ANDEREN großen Komponisten erreicht werden. Das war, ist, und bleibt mein künstlerischer, musikphilosophischer und musikwissenschaftlicher Ansatz, in Bayreuth, und anderswo. 

Um auch das bei Wagner vollkommen überdimensionierte Thema „Antisemitismus“ vorneweg und abschließend zu streifen : er war im Vergleich zu den Evangelien, Thomas von Aquin, Martin Luther, überhaupt des Christentums von früher und des Islam von heute, ein verschwindend kleiner Antisemit, wovon in allen seinen 13 Opern nicht einmal das Geringste zu spüren ist. Diese Meinung vertritt - stellvertretend für Viele - auch Daniel Barenboim. Daß die meisten deutschen Medien dies anders sehen, ist ihrer allgemeinen, bildungsdefizitären Unkenntnis und A-Musikalität geschuldet. Um über den gesamten Themenkomplex - die genaue Kenntnis der Weltreligionen und ihrer Gegenströmungen - mitreden zu können, bedürfte es der Original-Lektüre der 4 Evangelien, des Koran, wenigstens 10 der etwa Hundert Bände des Thomas von Aquin, Martin Luthers 4 antijudaistischer Bücher sowie seiner „Tischgespräche“, und der ernsthaften Befassung mit der Papst- und Kirchengeschichte, Erasmus von Rotterdam, Jean Meslier ("Das Testament"), Bayle, Hume, Kant, Schopenhauer, Marx, Nietzsche, Freud, Jaspers ("Die 4 maßgebenden Menschen" u.a.), Heidegger (trotz der "schwarzen Hefte"), Deschner ("Kriminalgeschichte des Christentums" in 10 Bänden), Buggle, Sloterdijk u.a.m. Dazu müßte noch die Lektüre von Epikur, Platon, Aristoteles und Seneca treten. Große Ermunterung, diese Bücher zu lesen ! 

Ich trete in Bayreuth und an allen anderen Konzertorten nicht als „Wagnerianer“ auf, sondern verstehe mich als kosmopolitischen Universalisten. Eventuell in einem Gegensatz zu Wagner meine ich, daß es zwischen deutschen und jüdischen Komponisten keinerlei Qualitätsunterschiede gibt. Dies habe ich im Rahmen meiner 73 CDs und DVDs und vielen Konzertauftritten und Vorträgen bewiesen. Ich habe 6 CDs zur „Toten Stadt“ von Erich Wolfgang Korngold vorgelegt, 1 zu Sigmund Freud, 2 zu Franz Schrekers „Der ferne Klang“, 2 zu Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“, 1 zu Fanny-Mendelssohn, und in Servus-tv die wunderbare Musik von Johann Strauss Sohn („Vierteljude“) beschrieben. Dazu spiele und erkläre ich seit vielen Jahren gleichzeitig mit Wagner Giacomo Meyerbeer (ich würde seine Opern - jährlich eine - als Zusatzprogramm bei den Bayreuther Festspielen aufführen), Felix Mendelssohn – Bartholdy, Gustav Mahler, Arnold Schönberg u.a. Ich glaube, daß Richard Wagner, würde er heute leben, sich meiner Meinung anschließen würde.

Jetzt wünsche ich Ihnen allen und mir viel Freude, viele Aha-Erlebnisse, und Wagner-Genuss pur 2019 ! 

Herzliche Grüße

Ihr Stefan Mickisch