Geschichte der Einführungsvorträge der Bayreuther Festspiele

Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben,

Bewahret sie!

Sie sinkt mit euch! Mit euch wird sie sich heben!

(1789) Schiller, Die Künstler

Liebes Publikum,  

die Bayreuther Festspiel-Einführungsvorträge wurden von Wieland Wagner 1955 ins Leben gerufen. 

Meine beiden „Vorgänger im Amt“ waren Prof. Maximilian Kojetinsky und Erich Rappl. Beide habe ich noch gehört, und war von ihnen begeistert. M. Kojetinsky war auch pianistisch „auf Zack“. Er stammte aus Graz, und korrepetierte, d.h. studierte die Sänger am Grünen Hügel ein. Er kannte Wagner genau. Ihm standen zudem manche gute Witze in den Vorträgen zu Gebote. 

Erich Rappl war mehr der „heiligere“ Typ. Mehr „Weihrauch“. Streng an Wagners Werk und vor allem an den Texten orientiert, schürfte er tief, war rhetorisch sehr ausdrucksstark, und man akzeptierte eine gewisse „klavieristische Begrenzung“ bei seinen vormittäglichen Auftritten.

Der „Ruf nach Bayreuth“ an mich erging 1997 von Herrn Erich Rappl, dem Bayreuther Richard-Wagner-Verband (den damaligen Vorsitzenden Frau Elisabeth Bauriedel und Herrn Paul Götz), sowie Festspielleiter Wolfgang Wagner, der meine Arbeit und Klavierparaphrasen zu Richard Wagner schon in den 90er Jahren bemerkte und hoch schätzte.

Als ich im ersten Jahr, 1998, die Vorträge von Erich Rappl übernahm, schnellten die Besucherzahlen um 200 % nach oben. Ab 2002 etablierte ich meine Matinéen in Eigenregie. Von 1998 bis 2013 hielt ich insgesamt 450 Einführungsvorträge zu allen 450 Aufführungen der Bayreuther Festspiele und erzielte circa 120.000 Besucher.

Nach einer längeren schöpferischen Pause (die mir vor allem dazu diente, mein Repertoire zu erweitern), bin ich 2019 wieder für Sie da.    

Ihr

Stefan Mickisch