Wilhelm Weischedel „Die philosophische Hintertreppe“

Klassiker, guter Überblick über alle wichtigen Philosophen - Nach wie vor der ideale „Einsteiger“


Die Vorsokratiker

Thales von Milet – Anaximander – Anaximenes – Pythagoras – Xenophanes – Anaxagoras - Melissos - Empedokles - Leukipp und Demokrit - Die Sophisten - Protagoras – Gorgias – Kritias

Ausgewählt und eingeleitet von Wilhelm Nestle


Heraklit Die Fragmente


Epikur

alles, was Sie bekommen können, egal welches Buch - ein echter Humanist


Platon „Apologie“

der Prozeß und die Verurteilung des Sokrates 399 v.Chr. in Athen, authentisch und spannend erzählt von dem jungen Platon, ein „Muß“


„Das Gastmahl“ (Symposion) - Über den Eros (super)


Phaidon“ - über die Unsterblichkeit der Seele (interessante Argumente)


Epiktet „Das Buch vom geglückten Leben“

Stoische Philosophie, „sich über nichts aufregen“ 


Seneca „De brevitate vitae“ („Über die Kürze des Lebens“)

Sehr witziges und pointiertes Büchlein über das, was im Leben wichtig wäre


De vita beata“ („Vom glücklichen Leben“)

Über Autarkie der Persönlichkeit und Unabhängigkeit vom Urteil Anderer


Apocolocyntosis“ (Die Verkürbissung des Kaisers Claudius)

Sehr lustig und ein wenig bissig. Hier ist Seneca der kabarettistische politische Satiriker, der sich weit vorwagt in der Kritik der Mächtigen - Seneca, der Lehrer Neros, wurde schließlich von diesem zum Suizid gezwungen


Thomas von Aquin „Summa Theologiae“ (60 Bände)

Habe mittlerweile 7 davon erarbeitet und weitere ca. 20 überflogen, plus eine Biograhie (rororo) gelesen

Es liegt vor eine Erklärung der Bibel (AT und NT), deren Erzählungen in ein umfassendes System mit Hilfe aristotelischer Denkformen und Kategorien verschmolzen werden (Scholastik).

Auch der berühmte Satz „nulla salus extra ecclesiam“ („Kein Heil ist außerhalb der Kirche möglich“) stammt von Thomas.

Das antiquierte und für heutige ethische Maßstäbe völlig deplazierte Denken dieses von der Katholischen Kirche als „Hauptheiligen“ bis zum heutigen Tag ungebrochen höchst verehrten Kirchenlehrers zeigt sich zum Beispiel in Sätzen wie: „Den Heiligen im Himmel ist es gestattet, die Gnade Gottes noch mehr zu genießen, indem sie in die Hölle blicken und den Qualen der Verworfenen zusehen dürfen“.

Die Katholische Kirche hat die Lehre von der Ewigkeit der Höllenstrafen keineswegs zurückgenommen, obwohl sie darüber nicht mehr gerne spricht. Die „Höllen“ - Lehre stammt aus den mesopotamischen Religionen, dem Zoroastrismus und dem Mithras-Kult, wurde von Johannes dem Täufer und Jesus Christus übernommen (mehrere Stellen des NT beweisen dies), wanderte dann weiter zu Augustinus, und wurde zementiert von Thomas. Sehr wichtig ist Thomas von Aquin die Feststellung, daß die Höllenqualen für „Sünder“ sowohl seelisch als auch körperlich sein werden, und vor allem ewig:

es ist ein Irrtum derjenigen, die behaupten, daß die Strafen der Gottlosen irgendwann beendet sein werden.

– Thomas v. Aquin: Summa contra gentiles

Allerdings führt Thomas eine neue Begründung für die angenommene Endlosigkeit und Grauenhaftigkeit solch einer Strafe ein, die aufgrund einer einzigen falschen Entscheidung über den Menschen kommen soll:

Die Größe der Strafe entspricht der Größe der Sünde […] Nun aber wiegt eine Sünde gegen Gott unendlich schwer, denn je höher eine Person steht, gegen die man Sünde begeht, desto schwerer ist die Sünde.

Die Päpste Johannes Paul II. wie auch Benedikt XVI. waren ausgesprochene Anhänger von Thomas, der den theoretischen Unterbau für die kirchliche Inquisition lieferte, die jahrhundertelang weltweit (im Machtbereich der Kirchen) wütete und Millionen unschuldiger Opfer forderte. Thomas von Aquin forderte - gemäß dem christlichen Gebot der Nächsten- und der Feindesliebe - die Hinrichtung für „Häretiker“.

Thomas ist per päpstlichem Dogma seit 1879 bis heute unverändert der Patron aller katholischen Schulen und Internate.


Friedrich Erasmus von Rotterdam

„Lob der Torheit“ („laus stultitiae“)

Klassiker, witzig, intellligent, human


David Hume

rororo – Biographie

Untersuchung über den menschlichen Verstand“

Über den Freitod“

Über die Vernunft der Tiere“

Über Würde und Gemeinheit der menschlichen Natur“

Über Aberglaube und Enthusiasmus“

Über moralische Vorurteile“

Ein echter Menschenfreund, ein gutmütiger, aber scharfsinniger Freigeist, den Kant überaus schätzte

War erstrangiger Historiker, schrieb ein grundlegendes mehrbändiges Werk über die Geschichte Britanniens, war dick, tolerant, und wohlwollend gegenüber allen Menschen – starb souverän und entspannt als Agnostiker


John Locke

Verschiedene Literatur über Toleranz und „Gesellschaftsvertrag“

Ein wichtiger „Vater“ der Demokratie


Jean MeslierDas Testament“ (1729)

Die Grundschrift der modernen Religionskritik, aus der Feder eines französischen Dorfpriesters, genial, rasiermesserscharf, nach seinem Tod posthum in geheimen Abschriften „veröffentlicht“. Von Meslier schrieben alle berühmten Aufklärer ab (Voltaire, Rousseau, de la Mettrie, Hélvetius, d´ Holbach, Diderot) - mehr als lesenswert !

Meslier kümmerte sich als Priester intensiv um die Armen, die im ancien régime in Frankreich rücksichtslos von Adeligen, Staat und Kirche ausgenutzt und unterdrückt wurden. Nach mehreren „Zusammenstößen“ mit seinem Vorgesetzten, dem Bischof von Reims, in sozialen Fragen, wurde ihm bei Androhung der Todesstrafe ein „Maulkorb“ verpaßt. (Es gab damals etwa 300 vollstreckte Todesurteile pro Jahr in Frankreich). Deswegen schrieb Meslier immer nachts an seiner umfassenden Religions- und Staats-Kritik, und konnte sie erst per Testament veröffentlichen.


Anonymus Traktat über die drei Betrüger (Moses, Jesus, Mohammed)

Originaltitel: Traité des trois imposteurs

Ein höchst erstaunliches Buch aus dem Geist des Spinoza, etwa 1690 geschrieben, ein klassischer französischer „Voraufklärer“ war hier am Werk, der, um sein Leben zu behalten, anonym veröffentlichte (wie Meslier)


Immanuel Kant

Rororo-Biographie von Uwe Schulz - sehr guter Einstieg

Damit können Sie die Zeitung am Frühstückstisch ersetzen

Zum ewigen Frieden

Kleine Spätschrift, in welcher Kant im Sinne eines allgemeinen Weltenethos und als „Wegbereiter“ der „UNO“ die einzelnen Punkte formuliert, die nötig wären, damit die Welt frei von Kriegen würde

(gut lesbar, das wär dann für den Nachmittagskaffee)

Kritik der reinen Vernunft

Sehr schwer, 900 Seiten, „Zertrümmerung der Metaphysik“ (Herder), Kant hat „im Himmel nachgesehen, es war aber kein Gott drin“, Widerlegung aller „Gottesbeweise“

Kritik der praktischen Vernunft

Etwas leichter, „Gott als Postulat der praktischen Vernunft“, soll heißen: „auch wenn es keinen Gott gibt, ist es gut, so zu tun als ob es ihn gäbe – so er das Gute verkörpert – um einen moralischen Kompaß zu haben"

Kritik der Urteilskraft

Mittelschwer, wichtig für die Einschätzung und Beschreibung der Künste und von Geschmacksfragen


Manfred Kühn „Kant“ - eine Biographie

Wohl die beste Biographie über den großen Philosophen, behandelt alle Werke und das Leben des Königsbergers, dessen Großvater aus Nürnberg (!) stammt, neuester wissenschaftlicher Stand, umfangreich (639 Seiten) und bei den Werkbeschreibungen, da der Autor tief in die Materie eindringt, kein leichter, jedoch lohnender „Spaziergang“.

An diesem Buch habe ich anderthalb Jahre fortlaufend studiert und gelernt.


Sehr empfehlenswert sind auch die rororo – Biographien zu

Sokrates, Aristoteles, Thomas von Aquin, Voltaire, Jean-Jacques Rousseau (der auch eine seinerzeit berühmte Oper schrieb und Komponist war), René Descartes, Martin Heidegger, Gottfried Wilhelm Leibniz (der Erfinder der Lotterie und der mathematischen Grenzwertberechnungen (Limes, Integral, Kurvendiskussion etc), sowie der „Monadenlehre“ mit Gott als „höchster Monade“)


Georg Friedrich Hegel

Die Phänomenologie des Geistes“

Dieses Buch (1806 im Kanonendonner von Jena und Auerstädt geschrieben) bewegt sich an der Grenze meiner Kapazität, ich bin immer wieder drüber und muß viel mehrfach lesen


Geschichte der griechischen Philosophie“

Äußerst schön zu lesen, nicht so schwer

Hegel ist wichtig aufgrund der Strömungen, die von ihm ausgingen, zu Karl Marx, zu Ludwig Feuerbach, nicht zuletzt zum Denker und Philosophen Richard Wagner, und - in der Kontraposition - zu Arthur Schopenhauer


Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Schleiermacher

Das sind noch relativ „blinde Flecken“ bei mir. Manchmal bin ich im Literaturarchiv in Marbach (Schiller-Gedenkstätte) und lese ein paar Stunden in der wunderbaren Bibliothek. Da ziehe ich dann so zwei, drei, vier der ca. 100 Bände alleine dieser drei großen Geister heraus und vertiefe mich darin. Für ein Urteil bräuchte man noch mehr Zeit.


Ludwig Feuerbach („Jung-Hegelianer“)

Das Wesen des Christentums“

Die Religionen als Projektionen des Menschen, als Idealisierungen

Sehr wichtig für Richard Wagner – grundsätzlich wichtiges Buch.


Arthur Schopenhauer

Aphorismen zur Lebensweisheit“

Ungeheuer lesenswert und leicht verständlich, geradezu flüssig und süffig, schnell zu apperzipieren, geistreich und witzig.

Man darf nicht sterben, ohne dieses Buch gelesen zu haben.

Verzeihen Sie Schopenhauers Anti – Feminismus, er hatte da schlechte Erfahrungen.

Die Welt als Wille und Vorstellung“

Nicht so einfach, ausführlich, grundlegend, ganz entscheidend für Richard Wagner („Tristan“, „Ring“, „Parsifal“)

Parerga und Paralipomena“ „Beiwerke und Nachträge“ (erschienen 1851)

Gut lesbar, immer voller Geisteskraft und überraschender, genialer Gedanken


F. Dostojewski - „Die Brüder Karamasow“ – daraus Einzelband „Der Großinquisitor“

Unglaublich lesenswert, da hier Christus zur Zeit der spanischen Inquisition wieder auf Erden erscheint und – siehe da – Probleme mit der Amtskirche bekommt


Friedrich Nietzsche

Hinweis zu Nietzsche: Fangen Sie nicht AN mit „Also sprach Zarathustra“ (zu verwirrend) oder „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ (zu langweilig)

Am besten zum Einstieg:

„Ecce homo“

Das letzte Buch, der beste Einblick in seine Biographie und sein gesamtes Denken (nicht abschrecken lassen durch „arrogant“ wirkende Übertitel)

Der Antichrist“ - sollte von Gläubigen und Agnostikern gleichermaßen gelesen werden, ist (zusammen mit dem „Zarathustra“) eine polemische Reaktion auf Wagners „Parsifal“

Nietzsches „Antichrist“ ist die geistige Grundlage der „Alpensinfonie“ von Richard Strauss

„Götzendämmerung“

Sehr lesenswert, überraschende Kritik an Sokrates, u.v.a.

„Zur Genealogie der Moral“

Später mal lesen - es geht um die Relativität aller Moral - , ist komplex

Die Schriften zu Richard Wagner sind für Wagnerfreunde dagegen ein „Muß“:

Nietzsche ist einer der größten Geister der Weltgeschichte. Besonders lustig finde ich Menschen, die ihn abqualifizieren, ohne eine Zeile von ihm gelesen zu haben. Ein Buch alleine reicht auch nicht. Um über Nietzsche etwas mitreden zu können, muß man das, was wir durch Wagner von ihm wissen, weit hinter sich lassen, und mehr bringen als Vorurteile und vage Ansichten Dritter. Man muß die Originale lesen.

Sehr empfehlenswert, wenn man wenig Zeit hat: Rüdiger Safranski: Zwei Hör-CDs zu Friedrich Nietzsche (2000)



Manfred Eger „Nietzsches Bayreuther Passion“

In diesem umfangreichen Buch des früheren exzellenten Leiters von „Haus Wahnfried“, Bayreuth, findet sich die gesamte Geschichte der beiden Freund-Feinde Wagner-Nietzsche - vielleicht ein wenig mehr zu Wagners Gunsten aufgearbeitet und lebendig dargestellt


Werner Stegmaier Friedrich Nietzsche – zur Einführung

Komplette Erfassung des gesamten Denkens und der gesamten Philosophie Nietzsches auf überschaubarem Raum(210 Seiten), dennoch ist Grips nötig, denn Stegmaier vernetzt und zitiert viel



Empfehlenswert sind viele Hefte von GEO, P.M. Perspektive und „Spektrum der Wissenschaft“ zu Geschichte, Naturwissenschaften und Soziologie


Rudolf Steiner

Anthroposophie – ca. 750 Bücher gibt es von Rudolf Steiner

Vor diesem „Weltengebäude“ und dieser Lebensleistung kann man nur staunend davorstehen – trotzdem muß man die wichtigsten Dinge daraus - meine ich - auch kennenlernen, etwa:

Die Philosophie der Freiheit“

Steiner versucht damit Nietzsches Destruktion der Transzendenz zu überwinden, ohne den freien Geist zu verlieren

Die Geheimwissenschaft im Umriß“

Wenn man davon „nichts versteht“, ein paar Jahre weglegen, dann wieder nehmen, und schon wird es besser

Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?“

Dasselbe Prinzip wie bei der „Geheimwissenschaft“

Das Wesen des Musikalischen“ und „Das Tonerlebnis im Menschen“

Für einen Musiker natürlich höchst aufschlußreich

Die Vier Mysteriendramen :

Die Pforte der Einweihung“

Die Prüfung der Seele“

Der Hüter der Schwelle“

Der Seelen Erwachen“

Mit dieser Dramen – Tetralogie hat Rudolf Steiner zumindest an Umfang Richard Wagners „Ring“ noch übertroffen.

Die geistigen Aussagen sind ebenfalls gewaltig, in einer einzigartigen, mythischen Kult-Sprache gedichtet, niemals zu Beginn der Auseinandersetzung damit für einen „Einsteiger“ verständlich (gilt ja für Wagners „Ring“ auch), deshalb umso wertvoller und interessanter.

Man sieht sich diese jeweils ca. 7-8 Stunden dauernden Dramen in einer Woche (so sie aufgeführt werden) im Goetheanum in Dornach (Schweiz) an, ich selber hatte einmal das Glück dabei zu sein – ein Wahnsinnserlebnis.

Rudolf Steiner (vgl. die Waldorfschulen, soziale Dreigliederung, Goethe-Forschung, Christologie), seine Wirkungen in alle Gebiete des Geistes, der Kunst, des Lebens, der Landwirtschaft, des Handwerks hinein, verdient allerhöchsten Respekt.

Sieht man im Goetheanum den „Menschheitsrepräsentanten“, eine wunderbare, große Holzplastik Steiners, erkennt man auch das rein künstlerische Höchstformat dieses außerordentlichen Menschen.


Thomas Mann

Alles!! Vor allem:

Doktor Faustus“

Dieser Roman ist für einen Künstler und alle, die einen Künstler verstehen wollen, unverzichtbar.


Karl JaspersDie vier maßgebenden Menschen“

(Sokrates, Buddha, Konfuzius, Jesus)

Karl Jaspers ist angenehm, objektiv, sauber in der Formulierung, brillant im Geist, freilassend im Urteil.

Nietzsche und das Christentum“

Jaspers erklärt hier die Wahrhaftigkeit Nietzsches, die – aus dem Christentum stammend – sich in Nietzsche gegen das Christentum kehren muß.

Geschichte der Philosophie“

angenehm zu lesen


Hans Jonas „Der Gottesbegriff nach Ausschwitz“

Für den jüdischen Philosophen können Gott Jahwe nach dem Holocaust nicht mehr alle drei Attribute (allmächtig, alllgütig, allwissend) zugesprochen werden, ebenfalls ein „Klassiker“ der Philosophie


Susanne Schaupp „Sophia“ Aspects of the Divine Feminine (Über weibliche Gottheiten) - Warum Judentum, Christentum und Islam nur männliche Gottheiten kennen, und die Kritik daran


Adrian DesmondCharles Darwin“ – eine Biographie

Man wundert sich, wie skrupulös, vorsichtig, integer, wissenschaftlich akurat, und zudem menschlich Darwin war (8 Kinder von einer Frau, Sponsor der örtlichen Kirche und andere Überraschungen).


Uwe Danker „Die Geschichte der Räuber und Gauner“

Standardwerk über die Randgruppen der Gesellschaft seit dem Mittelalter und deren oft skandalös grausamer Behandlung durch Kirche und Gesellschaft - man staunt.


Hans Küng „Jesus“

Ein meines Erachtens integeres, aufrichtiges Buch (was Buggle anzweifelt s.u.), das historische und inhaltliche Einwendungen gegen die Jesus-Figur mit einbezieht, ohne jede Arroganz, ein ehrlicher „Rettungsversuch“.

Existiert Gott?“ für dieses - wesentlich umfangreichere - Buch würde ich dasselbe in Anschlag bringen wie für Küngs „Jesus“-Buch. Man fragt sich aber doch, wie jemand, der alles dermaßen relativiert und so viel Verständnis für Religionskritik hat, doch noch an „Gott“ festhalten kann - hierzu vgl. Buggle s.u.

Musik und Religion“ (Mozart, Wagner, Bruckner)

füge ich nur an, ohne es für wesentlich zu halten -

Ich habe aber grundsätzlich große Hochachtung vor Hans Küng


Thomas de Padova „Das Weltgeheimnis“

Tolles Buch – über die revolutionären Entdeckungen der beiden Naturwissenschaftler und Zeitgenossen Galileo Galilei und Johannes Kepler, und deren Briefwechsel


Gerald Kahan Einsteins Relativitätstheorie – möglichst leicht dargestellt

Und trotzdem noch ziemlich schwierig


Richard Dawkins "Der Gotteswahn“ - der verhängnisvolle Einfluß der Religionen in der Weltgeschichte (2006, äußerst lesenswert)

Die Schöpfungslüge“ - warum Darwin Recht hat

Fördert kenntnisreich die Lust am Wissen um Erd- und Menschenentstehung


Christopher Hitchins „Der Herr ist kein Hirte“ - wie Religion die Welt vergiftet

Deutlich, ehrlich, wirkungsvoll, erschien wie Dawkins´ „Gotteswahn“ 2006


Thomas D. Williams „Gott ist größer als ihr glaubt“

Dieses Buch des amerikanischen Priesters und Professors für Theologie an der päpstlichen Universität Regina Apostolorum in Rom mit dem gut klingenden Titel ist eine direkte Antwort auf Dawkins´ „Gotteswahn“ und Hitchins´ „Der Herr ist kein Hirte“ und soll den Gläubigen Argumente gegen den Atheismus liefern. Dieser Versuch ist nach meiner Ansicht – bitte überzeugen Sie sich durch Lektüre selbst – gescheitert.


Uwe Lehnert „Warum ich kein Christ sein will“

Zunächst schreckte mich der Titel ab, beim Lesen entdeckte ich die tiefe Humanität, Menschenfreundlichkeit und Genauigkeit des Denkens dieses Autors. Es wird alles bedacht und beschrieben, was im Rahmen von „Glauben“ und Skepsis eine Rolle spielt.


Uwe Karsten Plisch „Was nicht in der Bibel steht

Apokryphe Schriften des frühen Christentums (Petrus-Evangelium, Thomas-Evangelium, Judas-Evangelium u.a.)

sollte man neben dem AT und NT auch kennen


Reinhard G. Kratz „Die Propheten Israels“

Dieses vollkommen unpolemische, rein wissenschaftliche Buch sollte man deswegen lesen, um zu sehen, daß die Propheten des AT Elija, Jesaia, „Deuterojesaia“, „Tritojesaia“, Hesekiel, Jeremia, Hosea, Ezechiel, Amos u.a. - mit Verlaub - nur Unfug erzählt haben. Es geht immer um Krieg und absurde Vorschriften und Prophezeiungen ex post, zurecht gebogen von Autorengruppen.

Sehr empfehlenswert für Gläubige, die notorisch die Bibel nicht kennen.


Raymond A. Moody „Leben nach dem Tod“

Interessant und nachdenkenswert (Sammlung von Berichten zur „Nahtoderfahrung“)


Hermann Kurzke und Jacques Wirion „Unglaubensgespräche“

Hier wurden theologische und atheistische Argumente freundschaftlich über einen längeren Zeitraum per email ausgetauscht – gut.


Peter Sloterdijk „Kritik der zynischen Vernunft“ – 2 Bände (953 Seiten) - Klassiker, sehr umfangreich, viel zu lernen, schonungslos


Jakob BöschDu sollst keine anderen Götter neben dir haben“

2010 erschienen, sinnvolles und heilsames Buch, ebenso provokant wie richtig und human, z. B. das Kapitel über den „Freitod“


Pater Karl Wallner „Wer glaubt wird selig“

Wallner bedient sich einer „zeitgemäßen“, flotten, oft jugendlich-flapsigen, unwissenschaftlichen (muß nicht schlecht sein), gefühlsreichen Sprache. Er schreibt unsystematisch und sprunghaft, mit großer Begeisterung und vielen Redundanzen, erläutert gut lateinische und griechische Begriffe. Bei den Inhalten wird’s problematischer. Sie entsprechen der heute (Buch erschienen 2009) gültigen, offiziellen katholischen Kirchenlehre. Was mich bei dieser Art „Gottes“ – Literatur immer wieder erstaunt, ist, wie genau diese Menschen wissen, was Gott „will“, wie ER „ist“, und was wir „tun sollen“, damit er „zufrieden“ ist. das ist mir alles zu seicht.

Neue Aspekte oder Hinweise, wie die Kirche aus der tiefsten Krise ihrer Geschichte herauskommen könnte, werden nicht geboten. Wenn es ans „Eingemachte“ geht, etwa die bis heute ausgebliebene „Naherwartung“, mit der sich offensichtlich Christus selber getäuscht hat, herrscht Argumentationsnot.


Wolfgang Behringer „Hexen“ (Glaube – Verfolgung – Vermarktung)

Incl. der statistischen Opferzahlen. Wichtig als Argumentationsbasis gegen „Kleinredner“ der Hexenverfolgungen.


Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI „Jesus“

Behauptungen, "Märchenerzählungen" (aber schlechter als Schumann), fragwürdiger Umgang mit den Quellen – vergleichen Sie dazu die Veröffentlichungen des Göttinger Professors Gerd Lüdemann (siehe unten).
Den angeblich so gescheiten, gelehrten Joseph Ratzinger - mittlerweile als Papst gescheitert -  finde ich literarisch, intellektuell und ethisch schwach. Ich mußte mich zum Durchlesen des dicken Buches immer wieder zwingen und unendlich viele Gegenbemerkungen an die Ränder schreiben (ich studiere immer mehrere Bücher gleichzeitig, mit Stift, Anmerkungen, Kommentaren, Querverweisen, und Datumsangaben). Am Ende dieses Buches im Juli 2013 - im Verein mit vielen anderen Studien - wußte ich: das Neue Testament ist ein Märchenbuch wie Brüder Grimm, nur langweiliger und ganz humorlos.


Gerd Lüdemann „Der erfundene Jesus“ (Unechte Jesusworte im Neuen Testament)

„Der große Betrug“ (Und was Jesus wirklich sagte und tat)

„Der zweite Thessalonikerbrief“ (Die gröbste Fälschung des Neuen Testaments)

Die Bücher Prof. Lüdemanns sind für mich überzeugend, da er sachlich korrekt schreibt, die historisch-kritische Methode anwendet (Bultmann, Harnack), und endlich einmal mit den gewohnten Legenden, Wundergeschichten und Irrtümern, mit denen Generationen von braven Kirchgängern beglückt worden sind und werden, aufräumt.


Franz Buggle „Denn sie wissen nicht, was sie glauben“

Die „klassische“ Religionskritik unserer Tage – der ultimative Lesetip. Allein schon die Überschriften kann man alle unterschreiben. Besonders interessant sind die kritischen Anmerkungen und Analysen des Autors zu Hans Küng, Carl Friedrich von Weizsäcker und Hoimar von Ditfurth, die aufgrund frühkindlicher ekklesiologer Indoktrinationen wie viele andere hochqualifizierte Intellektuelle auch den Sprung in die Freiheit des Geistes nicht schaff(t)en.


Ed Parish Sanders „Paulus“

Jedem Gläubigen noch mehr zu empfehlen als den Skeptikern oder Agnostikern.

Durch dieses Buch ist klare Erkenntnis der Person, der Briefe und der Christologie des Paulus möglich.


Heinz-Werner Kubitza „Der Jesuswahn“

Ganz neu herausgekommenes Buch – sehr glaubwürdig, vieles mir „aus dem Herzen“ gesprochen – der Autor war (ist) protestantischer Priester und Neutestamentler. Überdies humorvoll.


Philipp Blom „Böse Philosophen“ - das vergessene Erbe der Aufklärung

Ein absoluter „Augenöffner“. Es geht um die französischen Früh- Aufklärer (siehe unter Meslier), die sich im Pariser Salon Baron Thiery d´ Holbachs regelmäßig trafen und Ideen entwickelten, die die Welt positiv verändern halfen.


Ich empfehle außerdem (für lange Autofahrten ideal) Hörbücher über Physik, Geschichte, Philosophie, oder Romane, etwa von Thomas Mann.

Wenns zu viel wird: Glenn Miller Orchestra auflegen oder Oscar Peterson!