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Im 3. Konzert
der Reihe „Kammerkonzerte auf Kloster Banz" enträtselte der
internitional bekannte Stefan Mickisch im voll besetzten
Kaisersaal „Die„Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart. Es war
mehr als ein Genuss, ihm, seinen Erläuterungen und seinem
Klavierspiel zuzuhören.
Seit 1998 gibt Mickisch Gesprächskonzerte zu Opern vom Richard
Wagner während der Bayreuther Festspiele und genießt
mittlerweile Kultstatus. Weltweit sorgen seine Einführungen zu
Opern und Symphonien für riesige Erfolge. Seine
Einführungskonzerte zu Mozarts „Zauberflöte" hat er bereits
wiederholte Male in Wien vor mehreren Tausend begeisterten
Zuhörern gegeben.
Charmant, witzig, fundiert, spannend und charaktervoll war seine
Einführung, immerhin der erste Teil gut eineinhalb Stunden lang.
Geschichtliche und mystische Aspekte wurden plastisch erläutert.
Besonders reizvoll gerieten die transparenten Vergleiche
zwischen Mozart und anderen Komponisten, die sich gegenseitig
musikalisch befruchteten, indem sie Themen teilweise vollständig
übernahmen. So findet sich der dreigliedrige Säulenbeginn der
Zauberflöte mit den mächtigen Akkorden in Beethovens „Eroica",
Bruckners „4. Symphonie" oder Mussorgskys „Das große Tor aus
Kiev" aus „Bilder einer Ausstellung" in Aufbau und Tonart
wieder. Mozart selbst kopierte gar einen kompletten Themensatz
mit Aufbau einer Sonate. von Muzio Clementi, die rund zehn Jahre
vor der „Zauberflöte" entstand, und aus der Rossini etwa 25
Jahre später den gleichen thematischen Aufbau und die Figuration
in seiner Oper „Der Barbier von Sevilla" verwendet.
Mickisch spielte Teile der drei Kompositionen laufend
nacheinander und machte darauf aufmerksam, welche Komposition er
gerade spielt.
So verglich er auch die drei Damen aus der „Zauberflöte" mit den
drei Rheintöchtern von Richard Wagner. Bemerkenswert auch die
Erläuterungen zu Papageno, dessen Tonart G-Dur als unbeschwert,
heiter, lieblich und anmutig dargestellt ist. In dieser Figur
steckt nämlich auch viel Mozart drin - dessen erstes Werk in
G-Dur war. Viel von diesem Stück erklingt in einem der letzten
Werke Mozarts durch die Figur Papagenos; beide Werke in
göttlicher Leichtigkeit, welch ein Genie. Von hier führten
Vergleiche zu Smetanas „Verkaufter Braut“, zum Bach-Choral „Jesu
meine Freude“, aber auch zu Beethovens „Missa solemnis".
Zur Sprache kamen auch weitere Komponisten wie Orff mit der „Carmina
Burana", Richard Strauss mit dem „Rosenkavalier" oder Bruckner
mit seiner „5. Symphonie", die sich in Tonart, thematischem und
rhythmischem Aufbau der „Zauberflöte" bedienten.
Für die lebendige Darstellung mit tiefsinnigen Deutungen der
Texte, der Enträtselung verborgenen Mystik, der Tonarten mit
ihren Bedeutungen und seiner Erläuterungen der Musiksprache
unter dem Leitsatz „Musik als Leiterin in der Gesellschaft“
wurde Mickisch mit frenetischem Beifall gefeiert. Darauf
bedankte sich der Pianist zunächst mit dem Schlussteil der 5.
Symphonie von Bruckner und als zweite Zugabe mit dem Choral
„Jesu bleibet meine Freude" von Bach. |