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Musik als leuchtender Leitstern
GESPRÄCHSKONZERT
Stefan Mickisch entführt sein begeistertes Publikum im Kaisersaal von Kloster Banz über manche Nebenwege mitten ins musikalische Herz von Mozarts "Zauberflöte"
Fränkischer Tag - November 2006 - von Monika Beer

 

Kloster Banz - Natürlich ist es nicht jedermanns Sache, wenn einem Tonarten unter anderem dadurch erklärt werden, dass gewisse Charakteristika je nach Sternzeichen auftreten. Aber die Operneinführungen, mit denen der aus Schwandorf stammende Pianist Stefan Mickisch nicht nur unter Wagnerianern längst ein Begriff ist, begeben sich eben auch auf Neben- und Abwege, wagen den schrägen Blick auf Figuren, Handlung und Musik - und sind gerade deshalb so erfrischend und unterhaltsam.

Lehrreich sind sie allemal. Das haben erst unlängst zwei Kenner bestätigt: der Wiener Staatsoperndirektor Ioan Holender und der Autor und Musikkenner Eckhard Henscheid, der Mickisch in einem „Focus"-Artikel würdigte. Das Gros der über 200 Besucher beim ausverkauften 3. Konzert der bereits 17. Saison der „Kammerkonzerte auf Kloster Banz" am Samstag dürfte das nicht anders empfunden haben und war begeistert.

Mickisch präsentierte in konzentriert-lockerer Rede und virtuosem Klavierspiel das, was für ihn an der „Zauberflöte" wichtig ist, ausgehend von der Erkenntnis, dass man „in der Oper mit Logik nicht immer weit kommt". Wie er die Zuhörer entdecken lässt, dass sich die erste Komposition des fünfjährigen Mozart auch bei Papagenos Antrittsarie wiederfindet, wie er seine musikalisch grundsoliden Brücken legt von Mozart zu Bach, Beethoven und Brahms, von Clementi zu Rossini, Wagner und Strauss bis Orff, das ist erstaunlich und erweitert den Horizont. Seine Mischung aus Hintergrundinformation, Anekdotischem und eigener, auch eigenwilliger Interpretation weckt zwangsläufig den Wunsch der Zuhörer, mehr zu erfahren. Und das ist ganz im Sinne dieses rührigen Reiseleiters in die Opernwelt, dem vor allem ein Ziel vor Augen steht: „Die Musik als Leitstern in der Gesellschaft.“

Am 31. März ist Stefan Mickisch übrigens wieder zu Gast bei den Bamberger Symphonikern: Er wird vor der konzertanten „Rheingold“-Aufführung unter Jonathan Nott eine Einführung geben.

 
 

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