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Kloster
Banz - Natürlich ist es nicht jedermanns Sache, wenn einem
Tonarten unter anderem dadurch erklärt werden, dass gewisse
Charakteristika je nach Sternzeichen auftreten. Aber die
Operneinführungen, mit denen der aus Schwandorf stammende
Pianist Stefan Mickisch nicht nur unter Wagnerianern längst ein
Begriff ist, begeben sich eben auch auf Neben- und Abwege, wagen
den schrägen Blick auf Figuren, Handlung und Musik - und sind
gerade deshalb so erfrischend und unterhaltsam.
Lehrreich sind sie allemal. Das haben erst unlängst zwei Kenner
bestätigt: der Wiener Staatsoperndirektor Ioan Holender und der
Autor und Musikkenner Eckhard Henscheid, der Mickisch in einem „Focus"-Artikel
würdigte. Das Gros der über 200 Besucher beim ausverkauften 3.
Konzert der bereits 17. Saison der „Kammerkonzerte auf Kloster
Banz" am Samstag dürfte das nicht anders empfunden haben und war
begeistert.
Mickisch präsentierte in konzentriert-lockerer Rede und
virtuosem Klavierspiel das, was für ihn an der „Zauberflöte"
wichtig ist, ausgehend von der Erkenntnis, dass man „in der Oper
mit Logik nicht immer weit kommt". Wie er die Zuhörer entdecken
lässt, dass sich die erste Komposition des fünfjährigen Mozart
auch bei Papagenos Antrittsarie wiederfindet, wie er seine
musikalisch grundsoliden Brücken legt von Mozart zu Bach,
Beethoven und Brahms, von Clementi zu Rossini, Wagner und
Strauss bis Orff, das ist erstaunlich und erweitert den
Horizont. Seine Mischung aus Hintergrundinformation,
Anekdotischem und eigener, auch eigenwilliger Interpretation
weckt zwangsläufig den Wunsch der Zuhörer, mehr zu erfahren. Und
das ist ganz im Sinne dieses rührigen Reiseleiters in die
Opernwelt, dem vor allem ein Ziel vor Augen steht: „Die Musik
als Leitstern in der Gesellschaft.“
Am 31. März ist Stefan Mickisch übrigens wieder zu Gast bei den
Bamberger Symphonikern: Er wird vor der konzertanten „Rheingold“-Aufführung
unter Jonathan Nott eine Einführung geben. |