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Keine Astrologie:
Wie Tonarten und Sternzeichen zusammenhängen
Was C-Dur mit dem Widder zu tun hat / Stefan Mickisch sorgt für volles Haus
Mittelbayerische Zeitung - 13.02.2007 - von Thomas Göttinger

 

SCHWANDORF Stefan Mickisch ist immer Garant für ein volles Haus - egal, ob in Bayreuth, Wien oder Schwandorf. Also war der Andrang mal wieder groß, als er am Donnerstag und am Freitagabend in gleich zwei Gesprächskonzerten im „Oberpfälzer Künstlerhaus" dem Publikum die erstaunlich vielfältigen und zwingenden Korrelationen zwischen „Tonarten und Sternzeichen" näher brachte. Um dabei etwaigen Missverständnissen vorzubeugen, stellte er klar: „Ich will nicht astrologisch sprechen, sondern musikalisch!" Und musikalisch ging es vor allem um eines - nämlich um Tonartencharakteristik.

Die hat es durchaus in sich. Dass es ihm deshalb gelang, die komplexe Materie auch all jenen nahe zu bringen, die von Quintenzirkel, Paralleltonarten und enharmonischer Verwechslung noch nie etwas gehört hatten, spricht einmal mehr für das Talent des Musikvermittlers Mickisch. Dass er das in der bewährten Kombination von lockerem, theoretischem Vortrag und praktischen Musikbeispielen tat, ist von jeher der besondere Reiz seiner Auftritte. Dass er dann aber auch noch auswendig und vor allem ohne jegliches Notenmaterial agierte, ist eine Leistung, die alleine schon den größten Respekt vonnöten macht.

Und so ging es stehend und am Flügel sitzend zur Sache: Es-Dur, die feierliche, mit Urmythen belegte Tonart, zugeordnet dem Monat Januar und damit dem Sternzeichen Steinbock, darf sich unter Mickischs Händen im Beginn von Wagners „Rheingold" entfalten, nahtlos gefolgt vom berühmten Auftakt zu Straussens „Also sprach Zarathustra", der die, allerdings nicht von Strauss stammende Überschrift „Sonnenaufgang" trägt und folglich in C-Dur steht, der Tonart des Lichts und der Klarheit. C-Dur wiederum ordnet er einem Diktum Joseph Haydns folgend dem Sternzeichen Widder und dem Monat April zu.

Entlang des Quintenzirkels, einem System zur Anordnung der Tonarten, arbeitete sich Mickisch so durch den Jahreslauf und den Kreis der Sternzeichen, dabei allenfalls die Moll- Tonarten, die für ihn die jeweils negativere, trübe Seite der Sternzeichen deutlich machen, etwas vernachlässigend.

Am Ende waren wahrscheinlich nur diejenigen im Publikum enttäuscht, die sich ihr Jahreshoroskop oder einen Tipp zur passenden Sternenkonstellation zur Partnerwahl unter besonderer Berücksichtigung der dabei zu spielenden Musik erwartet hatten. Es ging eben um Musikwissenschaft und nicht um Sterndeuterei!

 
 

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