Stefan Mickisch - Biographie

Oleg Maisenberg sieht in Stefan Mickisch „eine singuläre Erscheinung der heutigen Konzertlandschaft“, und das Wiener Konzerthaus beschreibt den deutschen Pianisten, Wagnerexperten und Musikvermittler so:  „Stefan Mickisch ist nicht nur ein hervorragender Pianist und begnadeter Improvisator, sondern auch kenntnisreicher Kommentator jedweder Musik, mit der er sich auseinandersetzt und überdies gewinnender Entertainer. Seine Gesprächskonzerte zu den musikdramatischen Werken Richard Wagners in Bayreuth und anderswo sind längst zu einer Institution geworden“ (Programmheft Wiener Konzerthaus 2015).

 

Stefan Mickisch wurde in der bayerischen Oberpfalz geboren und machte in seiner Heimatstadt Schwandorf das Abitur. Er gewann 10 erste Preise im Wettbewerb „Jugend musiziert“ sowie internationale Klavierpreise in Athen, Madrid, Mailand und Montevideo. Seine wichtigsten Lehrer waren Erich Appel (Nürnberg), Karl-Heinz Kämmerling (Hannover), Leonid Brumberg (Wien) und Sergiu Celibidache (München, Mainz). Konzerttourneen führten ihn in fast alle europäischen Länder sowie nach Kanada, die USA, Südamerika, Australien, Neuseeland, Japan, Russland und Abu Dhabi.

 

Stefan Mickisch leitete 8 Jahre lang die „Robert – Schumann – Gesellschaft Bayern“, gestaltete Liederabende mit Kurt Moll, Robert Holl und Dietrich Fischer-Dieskau, und schuf Mitte der 90er – Jahre, angeregt durch Künstleraufenthalte in den USA, das früher von Glenn Gould und Leonard Bernstein gepflegte Genre des „moderierten Konzerts“, oder „Gesprächskonzerts“ („lecture recital“), das er konkurrenzlos beherrscht.

 

Bei den Bayreuther Festspielen hielt er von 1998 bis 2013 450 Einführungsmatinéen zu allen Musikdramen Richard Wagners, war/ist aber auch zu Gast beim Beethovenfest Bonn, den Festspielen Baden-Baden, den Salzburger Osterfestspielen, den Richard-Strauss-Festivals in Bozen und in Garmisch-Partenkirchen, dem Gidon Kremer-Kammermusikfest in Lockenhaus, dem Wagner-Festival Wels, den Opernhäusern Köln, Bremen, Graz, Zürich u. a., dem Gasteig und dem Prinzregententheater in München, der Wiener Staats- und Volksoper, dem Wiener Konzerthaus und dem Wiener Musikverein sowie dem Musikfestival Grafenegg.

 

Stefan Mickisch gab bisher 59 CDs im eigenen Label Fafnerphon heraus, darunter mit der 9 – CD – Box „Alle 261 Leitmotive“ die weltweit umfangreichste und detaillierteste musikalische Untersuchung des Nibelungenrings von Richard Wagner.

 

Trotz seiner intensiven Beschäftigung mit Richard Wagners Gesamtwerk hat der auch an spirituell-philosophisch-historischen Fragen interessierte Künstler andere große Komponisten nie aus den Augen verloren. In seinem Interpretationsfeld sind  besonders stark vertreten Richard Strauss und Ludwig van Beethoven, seit kurzem auch Franz Schreker und Erich Wolfgang Korngold, die wegen ihrer Qualität und ihrer durch das „Dritte Reich“ abrupt abgebrochenen Karriere ein Anliegen der Zukunft sein werden.

 

Stefan Mickischs Erläuterungen am Flügel wurden von ZDF, 3sat, SF, BR-alpha, Arte, servusTV, dem ORF und anderen Fernsehanstalten seit dem Wagnerjahr 2013 und dem Richard-Strauss-Jahr 2014 mehrfach ausgestrahlt. Im Dezember 2015 erschienen Mickischs komplette Fernsehaufnahmen zum RING auf 6 DVDs ( 9 Stunden Filmdauer, Regisseur Eric Schulz), die begeistert aufgenommen werden.

 

Die „enorme Strahlkraft des Künstlers Stefan Mickisch“ (Matthias Naske) beschert den Veranstaltern volle Häuser und dem Pianisten fortlaufende Konzertzyklen, die bis ins Jahr 2020 reichen.

 

2016 sind CD – Veröffentlichungen geplant zu E.W.Korngolds „Toter Stadt“, Franz Schrekers „Fernem Klang“, A. Dvoraks „Rusalka“, und R. Strauss´ “Also sprach Zarathustra“.

 

2016