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Richard Wagner
Der Ring des Nibelungen • Alle 261 Leitmotive
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Über diese Aufnahme
10, 25 Stunden Spieldauer. Es ist die ausführlichste und genaueste musikalische Untersuchung von Wagners "Ring", die jemals unternommen wurde. Tonaufnahmen im Hause Stefan Mickisch 28., 29. und 30. Januar 2013
9 CDs, 10, 25 Stunden Spieldauer, zwei Beihefte mit Abdruck aller 261 Notenbeispiele, musikwissenschaftlicher Analyse sowie ausführlichen Literaturangaben. Es ist die ausführlichste und genaueste musikalische Untersuchung von Wagners "Ring", die jemals unternommen wurde. Praktische Klappbox mit Einlage der 9 CDs in 9 Papier/Sichtfensterfolien und der zwei booklets (1. booklet 36 Seiten allgemeine Angaben, Texte und Literaturangaben, 2. booklet 120 Seiten eingedruckte Notenbeispiele), 3 mal 14 mal 12 cm, CD-Format. Tonaufnahmen im Hause Stefan Mickisch 28., 29. und 30. Januar 2013
Inhalt dieser Aufnahme
Der Ring des Nibelungen – 261 Leitmotive am Klavier
Wie entsteht im „Ring des Nibelungen“ Bedeutung aus der Wiederkehr und Veränderung musikalischer Gedanken? Stefan Mickisch widmet dieser Frage eine Untersuchung von 261 Leitmotiven auf neun CDs. Die Tonaufnahmen entstanden vom 28. bis 30. Januar 2013 in seinem Haus. Am Klavier stellt er die Motive einzeln vor, verfolgt ihre Beziehungen und verbindet ihre musikalische Gestalt mit den Situationen der vier Ring-Dramen. Zwei Beihefte begleiten die Ausgabe mit allgemeinen Texten, musikwissenschaftlicher Analyse, Literaturangaben und dem Abdruck aller 261 Notenbeispiele. Das ermöglicht ein genaues Nachvollziehen auch dort, wo verschiedene Gedanken gleichzeitig erklingen. Die nummerierten Einheiten führen vom Anfang des „Rheingolds“ bis zum Ende der „Götterdämmerung“ und machen die große zeitliche Spannweite der Tetralogie im Detail zugänglich.
Wiedererkennen ist erst der Anfang
Der Aufnahme ist eine allgemeine Einführung in die Leitmotivtechnik vorangestellt. Hinzu kommen ein Gespräch mit Ursula Magnes nach der Aufnahme und Mickischs humorvolle Einteilung der Wagnerkenntnis in fünf Sterne. Dabei unterscheidet er verschiedene Arten des Vertrautseins. Man kann eine bekannte Melodie wiedererkennen, ihren Auftritt innerhalb des Werkes zuordnen oder bereits kleine Unterschiede zwischen verwandten musikalischen Gestalten wahrnehmen. Die Abstufung ist als Einladung zum genaueren Hören angelegt. Wer einzelne Motive kennt, hat einen Ausgangspunkt, von dem aus sich weitere Beziehungen erschließen lassen.
Die Nummerierung schafft dafür eine Arbeitsgrundlage. Sie ermöglicht, eine Stelle im gesprochenen Vortrag mit dem gedruckten Notenbeispiel zu verbinden und später wiederzufinden. Zugleich zeigen schon die Bezeichnungen, dass Mickisch sehr unterschiedliche Erscheinungen berücksichtigt. Neben Motiven für Personen oder Gegenstände stehen musikalische Gedanken zu Zeit, Raum, Lebensenergie, Verantwortung oder einer bestimmten seelischen Bewegung. Ein Leitmotiv erschöpft sich damit nicht darin, ein Etikett an eine Figur zu heften. Seine Wirkung hängt davon ab, wann, in welcher Form und mit welchen anderen Gedanken es zusammentrifft.
Die ersten fünfundsiebzig Motive im Rheingold
Die Untersuchung beginnt mit Zeit- und Raummotiven und führt über Natur, Lebensenergie und Ringgedanken zu den Konflikten des „Rheingolds“. Alberichs Liebesfluch, Walhall, Wotans Abschlusskraft und der Speer bilden dabei verschiedene Schwerpunkte. Mickisch verfolgt, wie sich aus dem musikalischen Anfang immer konkretere Beziehungen und Ansprüche entwickeln. Die Folge der Kapitel orientiert sich an der Entfaltung des Dramas. Freias Not, die Riesen und der Vertragsschutz treten deshalb in Zusammenhängen auf, in denen sie tatsächlich Folgen für das Handeln der Figuren haben.
Besonders aufschlussreich ist die Aufgliederung von Loges Musik. Mickisch behandelt Veränderung, Beweglichkeit, Feuer, Intelligenz und das Entziehen aus Verantwortung als unterscheidbare Seiten dieses Komplexes. Am Klavier kann er die chromatische Bewegung ebenso herausarbeiten wie ein Verweilen, das später eine schützende Funktion gewinnt. Die Untersuchung schaut dabei schon über das „Rheingold“ hinaus auf den Feuerkreis am Ende der „Walküre“. Solche Verbindungen erklären, weshalb eine musikalische Gestalt bei ihrer Wiederkehr vertraut und zugleich verändert erscheinen kann. Ringraub, Fluch, Erda und der Einzug der Götter erweitern anschließend das Material.
Die Walküre und die Bewegungen des Mitleids
Mit dem Sturm am Beginn der „Walküre“ setzt ein neuer Abschnitt ein. Die nummerierten Kapitel führen von der Sehnsucht der Wälsungen über Hunding und die Schwertoktav bis zur Entscheidung für die Liebe. Dabei geht es immer wieder um Unterschiede zwischen äußerem Geschehen und innerer Reaktion. Besorgtheit, Krise und das Eingehen einer Bindung werden als musikalisch fassbare Vorgänge behandelt. Die knappen Bezeichnungen dienen der Orientierung, während das Spiel ihre Eigenart und ihre Verwandtschaft mit zuvor eingeführten Gedanken hörbar macht.
Die Auseinandersetzung zwischen Wotan, Fricka und Brünnhilde führt zu feineren seelischen Unterscheidungen. Mickisch betrachtet Wotans gebrochenen Willen, seine revoltierende Verzweiflung und Brünnhildes Trauer. In ihrer Rechtfertigung gegenüber dem Vater verfolgt er die Verbindung von Lebensenergie und Mitleid. Sie erklärt ihm, weshalb sie Siegmund nicht einfach preisgeben konnte. Hier zeigt die Motivuntersuchung, wie die Musik eine Argumentation tragen kann. Die Figur berichtet von einem Erleben, und bekannte musikalische Bestandteile machen dessen Gewicht verständlich. Walkürenritt, Liebeserlösung, Wotans Anklage und die spätere Trennung erhalten entsprechend eigene Plätze im Verlauf.
Siegfrieds Welt aus vertrautem Material
Die Abschnitte zu „Siegfried“ beginnen bei Mime und seinem Antrieb. Seine grübelnde Musik, die der Vorbereitung einer eigenen Absicht dient, steht in einer anderen Beziehung zur Handlung als Siegfrieds offene Bewegung in die Welt. Mickisch führt über die Liebesschaukel und weitere Bestandteile zum Schwert und zu Fafner als Drachen. Das Verzeichnis macht zugleich sichtbar, wie viele kleine Übergänge zwischen den bekannten großen Themen liegen. Wer diese Zwischenstufen unterscheidet, kann Entwicklungen verfolgen, die bei einer Beschränkung auf wenige Hauptmotive leicht zusammenfallen.
Waldweben, Sehnsucht und das Erwachen Brünnhildes führen schließlich zu musikalischen Gedanken, in denen Nähe und Veränderung eine zentrale Rolle spielen. Mickisch untersucht auch Kombinationen mehrerer Motive. An einer Stelle treffen aufsteigende und absteigende Bewegungen mit einer bedrohenden Gestalt zusammen, sodass verschiedene Kräfte gleichzeitig zu hören sind. Gegen Ende von „Siegfried“ richtet sich der Blick auf die Begegnung eines Menschen mit der ehemaligen Walküre. Die Stärke der Liebe erscheint dabei auch als mögliche Überforderung. Die Motive erschließen also keinen gleichförmigen Gefühlszustand, sondern ein Verhältnis voller unterschiedlicher Spannungen.
Götterdämmerung, Rückbezüge und das gedruckte Material
Mit Nornenseil, Hagens Ankündigung, dem politischen Parkett und der Blutsbrüderschaft setzt die Untersuchung der „Götterdämmerung“ ein. Mickisch trennt mehrere Erscheinungsweisen Hagens voneinander. Der Drahtzieher, sein Spott, seine dunkle Macht und die grobe öffentliche Wirkung sind eigene Aspekte. Wenn er die Mannen zusammenruft, verändert sich auch das musikalische Umfeld. Das Verzeichnis verfolgt diese Entwicklung bis zum Betrug, zu Siegfrieds Verletzbarkeit, den Todesstößen und zum Trauermarsch. Dessen Rückbezüge bekommen durch das zuvor erarbeitete Material einen größeren Resonanzraum.
Die letzten Nummern reichen bis zur Zukunftsgewissheit am Ende des Zyklus. Das Hören kann hier auf eine lange Reihe bereits bekannter Gestalten zurückgreifen. Welche Gedanken bleiben bestehen, welche verwandeln sich, welche treffen in einer neuen Situation zusammen? Für solche Fragen sind die beiden Beihefte ein wesentlicher Teil der Ausgabe. Der Textband umfasst 36 Seiten mit allgemeinen Angaben und Literatur, der Notenband 120 Seiten mit den Beispielen. Zusammen mit den nummerierten CD-Kapiteln erlauben sie einen Wechsel zwischen zusammenhängendem Vortrag und gezieltem Studium. Eine einzelne Stelle kann wiederholt, im Notenbild verfolgt und anschließend in ihren größeren Zusammenhang zurückgestellt werden.






