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Sigmund Freud

Stefan Mickisch

Sigmund Freud

war ebenso wie Rudolf Steiner und Richard Wagner ein großer Wohltäter der Menschheit.
Für Korngolds „Tote Stadt“ (höre meine 6 CDs zu dieser Oper) habe ich den Hauptteil seiner Werke studiert, und seine Bücher als Hintergrund aufgedeckt und eingebettet.

Freud hat den Menschen aus Schuldzusammenhängen gelöst und eine längst fällige Befreiung von allen Religionen hergestellt.

An ihm, ebenso wie Korngold ein Mährer, sieht man ein weiteres Mal, daß - wie bei Einstein - die Mischung aus Judentum und deutscher Kultur weltweit unschlagbar war. Hätten Hitler und die Nationalsozialisten dies erkannt, wäre Deutschland und uns Vieles erspart geblieben. Man beachte unter diesem Hintergrund auch meine Erläuterungen und mein Spiel zu Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ und Franz Schrekers „Fernem Klang“.

Es ist richtig, daß im Menschen ICH, ÜBER-ICH und ES ein kompliziertes Dreieck bilden. Das Ich ist zwischen dem Über-Ich und dem Es eingeklemmt, und hat es nicht leicht.
Zum Über-Ich gehören die Erziehung, das „Herkommen“, in vielen Fällen Religionen mit ihren unsinnigen Vorgaben, und eine falsche bzw fehlerhafte Idealisierung nicht erkannter Fragwürdigkeiten.
Das Es = die Triebwelt bestimmt den Menschen bis zur Selbstzerstörung.
Die Aufgabe des Ich ist es nun, das Über-Ich Schritt für Schritt zu dispensieren, und dem Es immer mehr Raum, id est Land abzutrotzen.
In seinen Schriften „Das Lustprinzip“ und „Das Ich und das Es“ hat Freud diese Zusammenhänge eindrucksvoll beschrieben.

Seine „Traumdeutung“,, geschrieben 1899, veröffentlicht 1900, ist wohl sein berühmtestes Werk, und, entgegen landläufiger Meinung, ziemlich schwer zu lesen, auch lang (400 Seiten). Marx, Hegel und Heidegger sind wohl schwieriger, aber damit ist Alles gesagt. Übrigens das schwierigste philosophische Werk überhaupt ist Nietzsches „Also sprach Zarathustra“, und die Menschheit zeichnet sich dadurch aus, das Buch nicht zu kennen.

Die Menschen vor 120 Jahren waren in jeder Hinsicht fitter, gebildeter, niveauvoller und hochstehender als die heutigen, und Freuds Bücher sind zu seiner Zeit durchaus verstanden worden.

Freud wie Korngold (der arme Oswald Spengler stürzte sich von seinem Balkon in den Tod) standen sofort auf der „Abschussliste“ der Nationalsozialisten 1938. Der überaus beliebte Korngold gab noch ein Konzert im „Brahmssaal“, und gerade ein paar Tage später entwischte er aus seiner Wiener Villa am Türkenschanzpark und rettete sich mit seiner schönen, ebenfalls jüdischen Frau zuerst ins Salzkammergut, dann in die USA.

Freud hatte einen dermaßen starken Ruf, daß er zunächst von den Nazis nicht angetastet wurde. Dennoch häuften sich Übergriffe und Eingriffe in seine Privatsphäre, und so beschlossen er und seine Familie die Auswanderung nach London.

Freud war ein Zigarren - Kettenraucher und starb im Londoner Exil. Ein befreundeter Arzt gab ihm, als Krebs und Lungenleiden übermächtig wurden, auf seinen Wunsch hin eine Überdosis Morphium.
Auch solche Suizide sind vorbildlich, und es wäre hohe Zeit, endlich den Menschen die Freiheit zu geben, über diese wichtigste Frage des Lebens selbst entscheiden zu können sowie die Spender des Todes gefälligst gewähren zu lassen.

Thomas Mann schlug Freud wegen dessen geschliffener Sprache und hoher Formulierungskunst für den Nobelpreis vor, unabhängig von seinen ärztlichen und psychoanalytischen Kompetenzen.

In den Chor von Freud - Kritikern kann ich nicht einstimmen, und schreibe diesen Umstand der allgemeinenen Unkenntnis der Menschen zu.

Eine Pointe zum Schluss :
Freud vertritt in seiner „Traumdeutung“ die These, daß jeder Traum eine „Wunscherfüllung“ sei. Nach Lektüre des Buches kam ein befreundeter Rechtsanwalt zu Ihm und kritisierte, er habe geträumt, einen wichtigen Prozess zu gewinnen, diesen aber wenig später verloren.
Freud antwortete, daß dieses Vorkommnis seiner These aber keineswegs widerspreche, da er im Traum („Wunscherfüllung“) ja den Prozess gewonnen habe.

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